Fast 7.000 bekannte Wechselwirkungen
Das Risiko einer nicht bedachten Arzneimittelwechselwirkung oder einer unerwünschten Arzneimittelwirkung (UAW) ist allgegenwärtig. Bei etwa 6.700 bekannten Wechselwirkungen ist es unmöglich, die entscheidende Information ständig im Kopf zu haben.
Die gleichzeitige Verordnung mehrerer Medikamente wird immer mehr zum
medizinischen Alltag. Das liegt zum einen an der zunehmenden Zahl älterer,
multimorbider Patienten in der Arztpraxis und zum anderen auch daran, dass
bei einer Reihe von Indikationen Kombinationstherapien angezeigt sind. Eine
Polypharmazie ist daher bei vielen Indikationen unumgänglich, doch birgt sie
die Gefahr von Arzneimittelinteraktionen. Die Vielzahl der verfügbaren
Wirkstoffe und auch neuer Substanzen bedingen ein zunehmendes Interaktionspotenzial, das für den verschreibenden Arzt kaum mehr zu überblicken ist.
Zwar sind Interaktionen in den Fachinformationen jedes Arzneimittels
aufgeführt, doch in der Kürze der Zeit, die dem Arzt für seine Patienten zur
Verordnung zur Verfügung steht, kann im Praxisalltag kaum auf diese
Informationsquelle zurückgegriffen werden. Wenn auch die meisten
Interaktionen nur mit geringem gesundheitlichen Risiko verbunden sind, können
bleibende Schädigungen oder auch lebensbedrohliche Zustände für die
Patienten nicht immer ausgeschlossen werden.